Einführung des Medikationsplans

Ab dem 01. Oktober 2016 in Deutschland

Was bedeutet das für Sie?

Ab 01. Oktober 2016

wird ein bundeseinheitlicher, patientenbezogener Medikationsplan für gesetzlich Krankenversicherte eingeführt. Dieser ist im „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)“ vorgesehen, das am 01. Januar 2016 in Kraft trat. Auf den Medikationsplan haben Sie Anspruch, wenn Sie drei oder mehr Medikamente gleichzeitig anwenden. Zunächst wird der Medikationsplan in Papierform erstellt, jedoch soll er bis spätestens 2019 auf der elektronischen Gesundheitskarte abgespeichert werden.

Im Medikationsplan werden alle von Ihnen eingenommenen Medikamente mit Anwendungshinweisen aufgeführt.

Er wird sowohl von den behandelnden Ärzten als auch von den Apothekern regelmäßig aktualisiert. Dadurch werden Sie bei der Einnahme Ihrer Medikamente unterstützt. Gleichzeitig wird die Sicherheit der Arzneimitteltherapie verbessert, da Ärzte mögliche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten mithilfe des Medikationsplans besser abschätzen können.

In einem Medikationsplan können Patienten auf einen Blick sehen, welche Arzneimittel sie zu welchen Zeiten einnehmen sollen. Dies sorgt für mehr Sicherheit bei der Medikamenteneinnahme.

Wie ist der Medikationsplan aufgebaut?

Im Medikationsplan sind in Tabellenform alle von Ihnen angewendeten Medikamente zusammengefasst. Er enthält genaue Informationen zu jedem Medikament (Wirkstoff, Wirkstärke, Darreichungsform) sowie ein Dosierschema und Anwendungshinweise. Im Kopf des Medikationsplans erscheinen Angaben zur Identifikation des Patienten (Name und Geburtsdatum). Darüber hinaus sind dort Name und Kontaktdaten des Arztes, der Apotheke oder der Einrichtung der Krankenversorgung aufgeführt, die den Plan zuletzt ausgedruckt hat.

Wirkstoff

Handelsname

Stärke

Form

Dosierungsschema

Anwendungshinweise

Ursache für die medikamentöse Therapie

FAQ

Häufige Fragen:

Wann und von wem erhalte ich den Medikationsplan?

Der Medikationsplan wird ab dem 01. Oktober 2016 üblicherweise von Ihrem Hausarzt ausgestellt, wenn Sie drei oder mehr unterschiedliche Medikamente einnehmen. Der Arzt, der den Medikationsplan erstellt hat, ist auch für die regelmäßige Aktualisierung zuständig. Jedoch können Aktualisierungen auch durch andere Ärzte sowie durch Apotheker erfolgen.

In welchen Fällen habe ich Anspruch auf einen Medikationsplan?

Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Medikationsplan besteht, wenn Sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnete Arzneimittel anwenden. Auch bei weniger als drei Medikamenten kann auf Wunsch ein Medikationsplan erstellt werden, jedoch haben Sie dann keinen gesetzlichen Anspruch darauf.

Welche Informationen finde ich im Medikationsplan?

Im Medikationsplan werden alle verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Medikamente aufgelistet, die Sie zu diesem Zeitpunkt anwenden. Dabei wird zu jedem Arzneimittel der Wirkstoff, die Wirkstärke (z. B. 100 mg) und die Darreichungsform (z. B. Tablette, Kapsel) aufgeführt. Außerdem wird in einem Dosierschema dargestellt, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Dosierung die Medikamente eingenommen werden sollten. Einnahmehinweise und eine Begründung der medikamentösen Therapie (z. B. Diabetes) sind ebenfalls Bestandteile des Medikationsplans. Im Kopf des Medikationsplans erscheinen Name und Geburtsdatum des Patienten sowie Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Arztes, der Apotheke oder der Einrichtung der Krankenversorgung, die den Plan zuletzt ausgedruckt hat.

Kann ich die Aufnahme bestimmter Informationen in den Medikationsplan verhindern?

Auf Wunsch des Patienten kann der Arzt davon absehen, bestimmte Medikamente in den Medikationsplan aufzunehmen.

20 Millionen

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf einen Medikationsplan

Vorteile

Welche Vorteile bietet der Medikationsplan?

  • Übersicht

    Im Medikationsplan sind alle von Ihnen anzuwendenden Medikamente übersichtlich aufgelistet.

  • Optimale Therapieeinstellung

    Der Medikationsplan hilft auch Ihren Ärzten: Er erleichtert die Therapieeinstellung, da jeder Arzt sofort nachvollziehen kann, mit welchen Medikamenten Sie bereits behandelt werden.

  • Dosierschema

    Mithilfe des Dosierschemas wird Ihnen die zeitgenaue Anwendung Ihrer Medikamente erleichtert.

  • Wechselwirkungen vermeiden

    Ihr Arzt kann mithilfe des Medikationsplans besser einschätzen, welches Medikament am besten für Sie geeignet ist und sich mit den bereits verordneten Arzneimitteln verträgt.

  • Anwendungshinweise

    Außerdem erhalten Sie Hinweise, wie die Anwendung erfolgen soll (z. B. Einnahme mit einem Glas Wasser). Dadurch dient der Medikationsplan als Gedankenstütze für Sie und optimiert Ihre Behandlung.

  • Facharztbesuch

    Nicht zuletzt wird ein Arztwechsel oder der Besuch eines Facharztes vereinfacht, da Sie den Arzt mithilfe Ihres Medikationsplans schnell über Ihre derzeitige Therapie informieren können.